Süß, würzig, unverwechselbar: der kleine Samen namens Anis
Anis ist der getrocknete Samen der Pflanze Pimpinella anisum, eines Doldenblütlers aus dem Mittelmeerraum. Sein Aroma ist süßlich und leicht lakritzartig und stammt vor allem vom ätherischen Öl in der Samenschale. Hier liest du, woran du guten Anis erkennst, worin er sich von Sternanis, Fenchel und Kümmel unterscheidet und wie du ihn in der Küche einsetzt.
Was ist Anis botanisch?
Anis ist eine einjährige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae) und trägt den botanischen Namen Pimpinella anisum. Verwendet wird nicht die Wurzel und nicht das Kraut, sondern die kleine, graugrüne Spaltfrucht, die im Handel als Anissamen bezeichnet wird. Die Pflanze wird etwa 50 Zentimeter hoch, bildet weiße Blütendolden und stammt ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum, wo sie schon in der Antike angebaut wurde. Heute liegen die wichtigsten Anbaugebiete in Spanien, der Türkei, Ägypten und Syrien. Botanisch ist Anis damit eng mit Fenchel, Kümmel und Koriander verwandt, alle vier gehören zu den Doldenblütlern.
Anis (Pimpinella anisum)
- Familie
- Doldenblütler
- Verwendet
- Samen (Frucht)
- Aroma
- süß, lakritzartig
- Leitstoff
- trans-Anethol
- Herkunft
- Spanien
- Ernte
- von Hand
Anis und Sternanis: der Unterschied auf einen Blick
Anis und Sternanis sind zwei völlig verschiedene Pflanzen, die nur ihr Leitaroma teilen. Anis ist der Samen eines krautigen Doldenblütlers aus dem Mittelmeerraum, Sternanis dagegen die sternförmige Sammelfrucht eines immergrünen Baumes (Illicium verum) aus Südchina und Vietnam. Beide enthalten trans-Anethol, deshalb riechen sie ähnlich, doch Sternanis schmeckt kräftiger, harziger und weniger fein. Fenchel und Kümmel wiederum stammen zwar aus derselben Pflanzenfamilie wie Anis, schmecken aber deutlich anders: Fenchelsamen sind milder und leicht süßlich, Kümmel ist herb und erdig. Die folgende Übersicht ordnet die vier Gewürze ein.
| Gewürz | Pflanze und Teil | Herkunft | Aroma |
|---|---|---|---|
| Anis | Pimpinella anisum, Samen | Mittelmeerraum | süß, fein, lakritzartig |
| Sternanis | Illicium verum, Sammelfrucht | Südostasien | kräftig, harzig, süß |
| Fenchel | Foeniculum vulgare, Samen | Mittelmeerraum | mild, süßlich, weich |
| Kümmel | Carum carvi, Samen | Europa, Vorderasien | herb, erdig, würzig |
Für die Küche heißt das: Anis und Sternanis lassen sich nur begrenzt austauschen. Wer ein Rezept mit Anis nachkocht und stattdessen Sternanis nimmt, sollte deutlich sparsamer dosieren, weil das Aroma schneller dominiert. Umgekehrt liefert Anis eine feinere, weniger schwere Süße. Wer den milden Verwandten ausprobieren möchte, findet bei uns auch ganze Bio Fenchelsamen, die sich gut mit Anis kombinieren lassen.
Anis, Fenchel und Sternanis teilen mit trans-Anethol denselben Aromastoff, obwohl die drei Pflanzen botanisch nicht miteinander verwandt sind. Harold McGee, On Food and Cooking (Über Essen und Kochen)
Woher das süße Aroma im Anis kommt
Anissamen verdanken ihr süßes Aroma dem ätherischen Öl, das in winzigen Ölkanälen der Samenschale sitzt. Der Anteil dieses Öls liegt im getrockneten Samen üblicherweise in der Größenordnung von etwa 2 bis 4 Prozent, abhängig von Sorte, Herkunft, Reifegrad und Erntejahr. Den mit Abstand größten Teil dieses Öls macht trans-Anethol aus, eine Verbindung aus der Gruppe der Phenylpropanoide, die in Analysen häufig mit Werten um 80 bis 90 Prozent des Öls angegeben wird. Genau diese Verbindung sorgt für die Süße im Duft: trans-Anethol wird deutlich süßer wahrgenommen als Haushaltszucker, weshalb schon eine Prise Anis ein ganzes Gebäck prägt. Die genannten Werte sind Größenordnungen aus der Fachliteratur und keine Analysewerte einer bestimmten Charge.
Wichtig für die Praxis: Ätherisches Öl ist flüchtig. Ganze Samen halten ihr Aroma über Monate, gemahlener Anis verliert es innerhalb weniger Wochen spürbar. Deshalb kaufen viele Köchinnen und Köche Anis ganz und mörsern ihn erst kurz vor der Verwendung.
Forschungsstand und weiterführende Literatur
Die Phytochemie der Anispflanze ist gut untersucht, vor allem die Zusammensetzung des ätherischen Öls. Für weiterführende Literatur zu Zusammensetzung, Botanik und Qualitätskontrolle findest du hier drei frei zugängliche Fachpublikationen, die in einem neuen Tab öffnen:
- Zusammensetzung des ätherischen Anisöls in der GC/MS-Analyse, Plants 2023 (doi 10.3390/plants12132428)
- Sekundärmetabolite von Pimpinella anisum in der Zellkultur, BMC Plant Biology 2024 (doi 10.1186/s12870-024-05067-8)
- Übersichtsarbeit zu Botanik, Phytochemie und Qualitätskontrolle von Sternanis, Molecules 2023 (doi 10.3390/molecules28217378)
Diese Verweise dienen der Transparenz und der Einordnung des Forschungsstands. Sie sind keine Wirk- oder Heilaussage und ersetzen keine ärztliche Beratung.
Herkunft und Bio-Qualität unserer Anissamen
Unser Bio Anis stammt aus kontrolliert biologischem Anbau in Spanien und trägt die Öko-Kontrollstellennummer ES-ECO-025-NA. Die Samen werden von Hand geerntet und anschließend im Schatten bei niedrigen Temperaturen getrocknet, statt maschinell heiß nachgetrocknet zu werden. Dieser Unterschied ist am Ergebnis riechbar: Wärme treibt das flüchtige ätherische Öl aus, Schattentrocknung bewahrt es. Abgefüllt wird sortenrein, ohne Stängelanteile, ohne Füllstoffe und ohne Zusätze, in einem wiederverschließbaren Aromabeutel.
Handernte statt Massenware
Von Hand gelesene Samen aus zertifiziert biologischem Anbau, schonend im Schatten getrocknet und sortenrein abgefüllt.
- Von Hand geerntet: nur reife, gleichmäßig ausgebildete Samen kommen in den Beutel.
- Im Schatten getrocknet: niedrige Temperaturen bewahren das flüchtige ätherische Öl.
- Sortenrein: ohne Stängel, ohne Bruch anderer Gewürze, ohne Füllstoffe.
- Zertifiziert biologisch: Öko-Kontrollstelle ES-ECO-025-NA, geprüft auf Rückstände.
- Aromadicht verpackt: wiederverschließbarer Standbodenbeutel statt loser Tüte.

Anis ganz oder gemahlen verwenden?
Ganze Anissamen sind die haltbarere Wahl, gemahlener Anis die bequemere. Weil das Aroma im ätherischen Öl steckt und dieses an der Luft verfliegt, verlieren gemahlene Gewürze spürbar schneller an Kraft. Ganze Samen dagegen bleiben durch ihre Schale monatelang aromastabil. Wer den vollen Duft möchte, mörsert deshalb kurz vor dem Kochen oder Backen die benötigte Menge. Für Teeaufgüsse werden die Samen ohnehin nur leicht angedrückt, damit sie ihr Öl an das heiße Wasser abgeben.
Ganz
Monatelang aromastabil, ideal für Tee, Sud und zum Selbermahlen.
Gemahlen
Sofort einsetzbar in Teig und Gewürzmischungen, verliert aber schneller Aroma.
Kurz angeröstet
Trocken und ohne Fett angeröstet tritt das Aroma deutlicher hervor.
Sparsam dosieren
Anis prägt schnell, ein halber Teelöffel reicht für ein Blech Gebäck.
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🌾Schritt 1Abmessennur die benötigte Menge
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🔥Schritt 2Anröstentrocken, ohne Fett
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🥣Schritt 3Mörserngrob statt fein
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🍞Schritt 4Zugebenfrisch verarbeiten
Anis in der Küche einsetzen
Anis passt überall dorthin, wo eine feine, süßliche Würze gefragt ist, und begleitet sowohl Gebäck als auch herzhafte Gerichte. In vielen Küchen zwischen Skandinavien und dem Nahen Osten gehört er zum festen Repertoire. Diese Anwendungen sind die verbreitetsten:
- Brot und Gebäck: in Anisplätzchen, Springerle, Lebkuchen und in kräftigem Roggen- oder Fladenbrot.
- Teeaufguss: ein Teelöffel angedrückte Samen auf etwa 250 ml heißes Wasser, einige Minuten ziehen lassen, dann abseihen.
- Eigene Teemischungen: gemeinsam mit Fenchelsamen, Süßholzwurzel oder Pfefferminze, wie in unserem Beitrag zum Kräutertee selber mischen beschrieben.
- Gewürzmischungen: als Bestandteil von Fünf-Gewürze-Pulver, Currymischungen und orientalischen Gewürzsalzen.
- Herzhaft: in Schmorgerichten mit Möhre, Fenchelgemüse, Kohl oder Hülsenfrüchten, sparsam eingesetzt.
- Kompott und Sirup: mit Birne, Pflaume oder Apfel mitgekocht, danach die Samen entfernen.
Guten Anis erkennen und richtig lagern
Gute Anissamen erkennst du am Duft, nicht am Preis. Frische Ware riecht schon beim Öffnen des Beutels deutlich süßlich, die Samen sind graugrün bis hellbraun, gleichmäßig geformt und frei von Stängelresten oder Staub. Reibe zur Probe ein paar Körner zwischen den Fingern: Bleibt der Duft schwach, ist die Ware alt oder zu heiß getrocknet worden. Gelagert wird Anis trocken, lichtgeschützt und gut verschlossen, am besten im Originalbeutel oder in einem Schraubglas, fern von Herd und Fensterbank. So bleibt ganze Ware über viele Monate aromastabil. Weitere getrocknete Pflanzenteile findest du in unserem Sortiment an Bio Kräutern.
